Genervt von der durchgehenden Berichterstattung um den Anschlag auf Charlie Hebdo versuchte ich das Geplänkel und den Versuch meine Aufmerksamkeit zu erhaschen zu ignorieren. Doch Innenminister de Maizère schaffte es dann doch. Er sagte in Bezug auf die Bluttat: "Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun.".

...nichts mit dem Islam zu tun

Eine solche Aussage ist schlichtweg falsch. Natürlich wird hier eine Interpretation des Korans genutzt um Menschen zu radikalisieren. Dies ist kein Phänomen des Islams wie manch Islamophober es darzustellen vermag (das Plakat), wie de Maizère auch korrekt warnte, denn jede Religion birgt diese Gefahr. In der Praxis müssen wir jedoch akzeptieren, dass alle möglichen Ideen als Grundlage für Gehirnwäsche genutzt werden können. Gerade in Regionen in denen Menschen leichter zu radikalisieren sind, durch ihre enorm schlechten Lebensumstände. Wenn also in Regionen wie Afghanistan oder Nigeria, durch Elend größere Gruppen dieser Art entstehen ist es zu erwarten, dass Menschen auf der ganzen Welt, die sich zu diesen emphatisch, durch die Religion, verbunden fühlen, leichter radikalisieren lassen.
Wir sollten also versuchen Radikalisierten einen Ausweg zu bieten und sie nicht durch den gesellschaftlichen Druck an den Rand unserer Gesellschaft drängen.
Eine Kritik am Islam ist in diesem Zusammenhang also die falsche Adresse, wenn könnte man die Religion, als irrationale Institution, kritisieren, dafür das sie durch ihre große Deutungsvielfalt solch Nährboden für Extremisten bietet und eine große Plattform für all jene darstellt die ihre menschenfeindlichen Ideen verbreiten wollen.

Die Maske

Wir können die Religion zwar praktisch nicht abschaffen um dieses Problem zu lösen, können uns jedoch fragen welche Möglichkeiten es gibt die Anzahl der potentiell zu radikalisierenden Menschen zu reduzieren. Hierfür gibt es kein Allheilmittel aber ein Anfang wäre es zu unseren, vor uns hergetragenen, Werten zu stehen und in entsprechenden Ländern nicht weiter Chaos anzurichten und die strukturelle Integrität zu erhalten, sowie ihre Rechte zu wahren.
Ist man ehrlich zu sich ist das jedoch zu viel verlangt, denn es wäre untertrieben es als ambitioniert zu bezeichnen, wenn man den Maskenträger auffordert, dass sein Gesicht die Maske werde. Vielmehr sollten wir erst einmal zu unseren wahren Werten stehen und aussprechen, dass uns unser eigener Lebensstandard wichtiger ist als der ein oder andere Menschenrechtsverstoß.

Lösung?

So oder so sollten wir fähig sein das Problem zu benennen. Wir sollten anerkennen, dass unser Handeln ein sehr großen Teil des Problems ausmacht.
Was also tun um Terrorismus zu vermeiden?
Wir könnten keine Regime mehr unterstützen, welche uns nur dienen unser Öl zu sichern, sondern Unterstützung und Ablehnung/Kritik nach eben unseren Werten verteilen. Dies ist natürlich nicht alternativlos, wir können auch den Terrorismus, für einen höheren Lebensstandard, in Kauf nehmen1.


comments powered by Disqus