Vorgeschichte

Irgendwann im Leben, für die meisten nach der Schule und Ausbildung, zieht es die jungen Leute aus dem Elternhaus in das neue unbekannte Leben.
Ich fragte mich also mit 18 Jahren, wann und wie dieses Ereignis in meiner Zukunft aussehen könnte.
Also eines morgens, als der Geistesblitz mich traf den Taschenrechner raus, Google und meine Mutter mit Fragen gelöchert wie teuer den dies und jenes sei.
Da ich mit meinem aktuellen Lebensstandard mehr als zufrieden war, rechnete ich mir aus wie ich diesen erhalten könnte und kam zu dem Schluss, dass ich deutlich über dem deutschen Durchschnitt zu verdienen hätte: ~2000€ Netto.
Als angehender Informatikstudent schien mir dieses Gehalt durchaus erreichbar, durch meine philosophischen Spinnereien war mir jedoch bewusst, dass nach einigen Jahren die Lust schwinden könnte und das Verlangen nach neuen Spinnereien, mehr freier Kreativität oder einfach nur einer Auszeit wachsen könnte. Es stellte sich mir also die Frage wie ich eine solche Zeitspanne finanziell überstehen könnte ohne umziehen und verkaufen zu müssen. Aus herkömmlicher Sicht gibt es hier zwei Möglichkeiten: die Miete oder das Eigentum.
Durch meinen Wunsch nach Unabhängigkeit kam die Mietoption nicht infrage, nur ist die Sache mit dem Eigentum in meinem Fall mit hohen Schulden verbunden, wodurch wieder die Unabhängigkeit flöten geht.

Die Alternative

Ich erinnerte mich jedoch wage an eine Erwähnung einer alternativen Wohnmethode namens Earthship. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nur noch, dass diese Gebäude autark sein sollten, hatte aber keine Vorstellung der Kosten und ging von einer unbezahlbaren Summe aus.
Also schnell bei Google die naive Frage "Earthship kosten" eingetippt und gestaunt. Ein britischer Reporter berichtete von 4000€ für sein Earthship. Zu erwähnen ist, dass der gute Mann sein Earthship nicht nach dem modern anmutendem Bild baute wie es auf Bildern im Internet zu sehen ist, sondern vielmehr eine Hobbithöhle aus sehr viel Holz sowie Stroh baute.
Mich selbst schon im eigenen Erdloch sitzend sehend forschte ich vor lauter Enthusiasmus weiter. Ich entdeckte die Firma Michael Reynolds, dem Architekten der Earthships, Earthship Biotecture und begann eines der Bücher ("Earthships: How to build your own vol. 1") Reynolds' zu lesen.
Mir wurde schnell bewusst, das die Kosten für ein echtes Earthship, ohne Heizung, Wasser, Gas und Stromanschluss, deutlich teurer als 4000€ ausfallen würde. Doch mit Aussicht auf die Vorteile dieser Wohnweise las ich weiter (Um zu verstehen was ein Earthship kann und wofür es ausgelegt ist empfehle ich das erwähnte Buch).
Ich war erstaunt über den offenen Umgang mit Knowhow und die Ideale die von Reynolds in dem Buch transportiert wurden. Es ging darum allen Menschen die Möglichkeit zu geben ohne Expertenwissen aus indigenen Materialien (auch aus der Stadt z. B. Autoreifen) ihre eigene Wohnstätte zu errichten.
Nachdem ich ein recht gutes Bild der Earthships und ihrer Funktionsweise hatte machte ich mir Gedanken um die Umsetzung speziell in Deutschland. Im Hinterkopf die Geschichte bei der mein Vater einen Gartenzaun nicht in seiner gewünschten Höhe errichten durfte, weil es in unserer Wohngegend angeblich nicht gepasst hätte. Mit schlechtesten Erwartungen machte ich mich auf in das städtische Rathaus und wurde wie üblich von Büro zu Büro geschickt, um am Ende wieder in der Abteilung zu landen in welcher ich zuerst war. Erstaunlicherweise sagte man mir, dass in Deutschland tatsächlich ein solches Gebäude möglich sei. Solange entsprechende Rechenbeweise den Schutz vor Feuchtigkeit (vom Beamten als Bsp. genannt) und Sicherheitsfragen belegen würden, spräche nichts dagegen. Es müsse zudem in einem Gebiet für Einfamilienhäuser gebaut werden.
Soweit so gut, nachdem ich nun wusste das auch in Deutschland ein Earthship möglich sein könnte las ich weiter in den Büchern und fand einen Kanal (Off Grid Build) auf dem ein Amerikaner die einzelnen Arbeitsschritte erklärte und seinen eigenen Ableger dieses Hauses zeigte. Er erwähnte eine Bauzeit von drei Jahren, um genaueres zu erfahren schrieb ich eine Email an Earthship Biotecture mit der Frage was ein solches Earthship kosten könne und ob es Baupläne für das Standardmodell (Global Modell) gebe.
Ich bekam recht schnell eine Antwort, die darauf hindeutete, dass die Firma die Häuser komplett plant und baut innerhalb von 4-5 Monaten (davon 3 Planungsphase) wobei ein Earthship dabei 225$ pro Quadratfuß kosten solle, nach derzeitigem Wechselkurs also ca. 2000€ pro Quadratmeter.
Für das Modell, welches bei Off Grid Build gezeigt wurde, (geschätzt) mit 25-30qm würde demnach ca. 50000€ kosten. Durch Übernahme aller Arbeitsschritte könnte man (sehr grobe Schätzung) vielleicht 60 % sparen, wenn man nun rechnet bei der Hälfte doch Hilfe benötigt kann man 35000€ als Gesamtkosten für den Hausbau an sich rechnen.
Diese sehr grobe Überschlagung kann auch daneben liegen, schreiben sie gerne ihre Meinung und Erfahrungen zu den Rechnungen und Preisen in diesem Bereich.
Neuere Erkenntnisse werde ich dann in Teil 2 veröffentlichen.

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